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Donnerstag, 3. Januar 2008
 Blatt / Kategorie: Spiritualitaet
(Dies ist die Fortsetzung der Diskussion in Folge des Eintrags "Realität & Magie". Zur Frage von der vermeintlichen Getrenntheit oder Nicht-Getrenntheit von Denken und Fühlen mehr an anderer Stelle.)

Was die "spirituelle Empfänglichkeit" betrifft, so meine ich damit nicht unbedingt etwas Großes. Vielleicht habe ich hier eine unglückliche Wortwahl getroffen. "Spirituelle Empfänglichkeit" fängt für mich schon bei dem Phänomen an, dass Du dem einen Menschen ein "spirituelles Buch" (Gedichte, Auszüge aus der Bibel, dem Buddhismus oder sonstige Quellen) in die Hand drücken kannst und er sich tief davon berührt zeigt, während ein anderer das Buch nach ein paar Seiten aus Langeweile beiseite legt. Jeder Mensch hat nunmal eine für ihn eigentümliche Mischung aus Begabungen und Interessen. Gewiss kann sich diese mit der Zeit auch stark wandeln, doch ist eine gewisse Prägung von Geburt an nicht zu leugnen.
Die Bedeutung des Begriffes "spirituelle Empfänglichkeit" fängt für mich also schon mit "Interesse" an. Ich verlange hier keinerlei parapsychologische Fähigkeiten wie Hellsehen, Mediumismus oder ähnliches (die ich, nebenbei gesagt, auch nicht habe). Wenn ich es aber doch noch ein wenig enger definieren sollte, dann würde ich als nächstes Kriterium, die Kenntnis seiner eigenen, inneren Weichheit hinzuziehen. Dies muss nicht heißen, dass man ein "Weichei" ist; es heißt zuallererst, dass man weiß, wer man ist, zumindest dass man auch einen weichen Teil in sich trägt. Ich betrachte dies als innerste Selbst-Bejahung. Sie ist gleichbedeutend mit der Bejahung eines gewissen Spektrums von Freude, eben der "weichen Freude", Glück, Glücklich-Sein in seiner Reinstform. "Freudetrunken" ist einer der Zustände, die so eine Selbst-Bejahung voraussetzen, und man darf in diesem Dunstkreis sicherlich auch irgendwie von "Liebe" reden.
Diese Bejahung seiner inneren Weichheit hat auch viel mit Ehrlichkeit zu sich selbst zu tun. Insofern halte ich "spirituelle Empfänglichkeit" auch in keiner Weise für etwas, das nicht von jedem erlernbar ist, wie es bei außerordentlichen Talenten der Fall zu sein scheint. Man kann sich für die Ehrlichkeit zu sich selbst entscheiden und durch stetiges Überprüfen seiner Richtung so weit voranschreiten, wie es die Reinheit des eigenen Willens zuläßt.
Ziehe man aus dem Gesagten jetzt aber nicht den Kurzschluß, dass "spirituelle Empfänglichkeit" mit "spiritueller Reife" oder "spirituellem Entwicklungsgrad" gleichzusetzen ist. Dies hat dann doch noch mehr mit gewissen Fähigkeiten zu tun, die durch Übung zu erreichen sind, allen voran die Verinnerlichung einer gewissen geistigen Disziplin.
"Und Narbor? Fand er den Weg", fragte Cerbio scheu.
"Er fand ihn nach eifrigem Mühen", antwortet der Priester, "doch bringt er gutes Rüstzeug mit. Er kennt der Hingabe letzte Ekstase, so löste er sich aus seines Leibes enger Hülle. Stark ist sein Glaube und weich sein Herz. Vollendet er den Pfad, wird eine Leuchte er den Söhnen Eya-Eyas."
Aus: Willigis. Der Alte aus Atlantis

Abgesehen davon, dass ich nur eine sehr dunkle Ahnung davon habe, was "Glaube" eigentlich ist, drückt dieses Zitat das Gesagte noch mal sehr schön aus, wie ich finde.


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