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Allgemeine Hinweise
Freitag, 23. Mai 2008
 Blatt / Kategorie: Spiritualitaet
For those who seek perfection:
watch by day and night...


Dies, so weit ich mich erinnere, ist der genaue Wortlaut einer Stelle aus einer kleinen, poetischen Zusammenfassung der sehr bekannten buddhistischen Schrift "dhammapada".
Die beeindruckende Wirkung, die diese Zeilen auf mich beim ersten Lesen machten, bestand schon allein in der Bejahung der Idee der "Perfektion". Wiedermal wurden gewisse Schranken in meinem Denken umgestoßen und ein größeres "Wahrheitspotential" hatte sich mir eröffnet. Auch wurde ein tiefes Bedürfnis in mir bejaht, eben das Streben nach Perfektion im "Geist".
Die zweite Zeile war mir natürlich allzu bekannt: dieses "typisch buddhistische" watch!, beobachte!, sei wachsam!, nach Möglichkeit in jedem Moment, sogar in der Nacht. An einer anderen Stelle heißt es auch: Watch yourself! Today, tomorrow, always. (siehe dazu auch mein Beitrag Selbst-Erinnerung)

Dass dieses watch! als der Weg zum Ziel der "Perfektion" hingestellt wird, ist irgendwie bemerkenswert, denn mit einem rein logisch weltlichen Denken läßt sich diese Behauptung ja nicht unbedingt gänzlich nachvollziehen und mit dem Suchen nach einer genauen Begründung dieser Behauptung habe ich sicherlich viel Zeit verschwendet. Inzwischen bin ich der Meinung, dass diese im Kern auf das Phänomen "Energie" hinausläuft, und dies ist gewissermaßen ja auch gleich das Ende des Verstehens, denn Energie ist eine der fundamentalsten Grundgrößen unseres Seins. Diese These von der Bedeutsamkeit der Energie sehe ich übrigens bestätigt bei Don Juan / Castaneda, bei dem es heißt, dass die "Makellosigkeit eines Kriegers" im Grunde mit nichts anderem zusammenhängt als mit seiner Energie bzw. der "persönlichen Kraft", die er aufgespeichert hat.
Die Art der Perfektion, um die es bei dem Ganzen geht, wird dagegen für meinen Geschmack am besten von Jesus in seiner Bergpredigt (s. z.B. Matth 5,38, f.) beschrieben und mein Lieblings-Jesuswort ist Matth 5,48:

Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

Die Art von Perfektion, um dies es geht, scheint mir vor allem eine von emotionaler Selbst-Beherrschung zu sein. Es geht hier in keiner Weise um weltliche Leistungen, noch nichtmal um eine gute Beherrschung seines Denkens im Sinne einer leistungsfähigen Intelligenz. Es geht "nur" um die Perfektion des "Kern-Seins".

Matth 5,29:
Ärgert dich aber dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirf's von dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.
Ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab und wirf sie von dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.




[Heute mal ein bißchen querassoziiert - inweiweit ich den einzelnen Schulen und Religionen in dieser Zusammenstellung gerecht werde, und ob man sie überhaupt kombinieren sollte, weiß ich nicht...]


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